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Reisen in alaska

Damit Ihnen dies nicht passiert, hier ein paar Tipps:


•Lagerplatz: Die Wahl des richtigen Lagerplatzes ist die erste Regel. Weite Sandbänke (am besten auf Inseln) eignen sich hierfür bestens. Schon bei leichtem Wind werden Sie dort meist fast keine Moskitos mehr bemerken. Von Wald und Buschwerk hingegen, vor allem in der Nähe von Sümpfen, ist abzuraten.


•Feuer: Die Mücken hassen Rauch. Aus diesem Grund sollte sobald wie möglich ein Feuer brennen. Raucher (v.a. Pfeifenraucher) haben in Alaska ebenfalls einen nicht zu kleinen Vorteil – zumindest was die Mückenplage betrifft.


•Mückennetz (für den Kopf): Ist zwar oft sehr lästig, bietet jedoch in Kombination mit einem Hut einen sehr guten Schutz für Gesicht und Nacken. Um es jederzeit parat zu haben, empfehlen sich Modelle, die in der Hosen- bzw. Jackentasche Platz finden können.


•Kleidung: Kleidung ist immer noch der beste Schutz gegen Stechmücken. Anorak und Hose sind selbst für die hartnäckigsten Mücken nicht zu durchdringen. Die Schwachstellen sind meist die Knöchel des unteren Sprunggelenks bei zu kurzen Hosen (v.a. im Sitzen) sowie der untere Teil des Rückens direkt über dem Hosenbund (v.a. beim Vorbeugen bzw. Sitzen). Deshalb achten auf lange Hosenbeine sowie ausreichend lange Jacken. Bei warmen Temperaturen und kurzen Ärmeln hilft nur noch die „chemische Keule“ (s.u.).


•DEET: DEET (z.B. Muskol) ist ein chemischer Wirkstoff, der manche synthetische Materialien zum schmelzen bringt, gegen Mücken jedoch ein wahres Wundermittel darstellt. Laut unserer Erfahrung benötigt man in Alaska ein Mittel mit 100% DEET. Dies kann auf Baumwollkleidung oder direkt auf der Haut angewendet werden. Synthetische Stoffe können durch die Anwendung beschädigt werden bzw. schmelzen. Es wird zwar abgeraten, 100% DEET im Gesicht anzuwenden, doch manchmal ist dies trotzdem notwendig.

Allgemeine Verhaltensregeln:


•Nie Essen offen herumliegen lassen, möglichst alle Nahrungsmittel in einer festen und verschließbaren Box oder Tonne aufbewahren (dazu zählen auch alle stark riechenden Gegenstände wie Seife oder Zahnpasta).


•Alle diese Dinge in ausreichendem Abstand vom Zelt lagern – mindestens 50 Meter (in der Theorie werden zwar hundert empfohlen, doch in der Praxis lassen es die örtlichen Gegebenheiten im Lager meist nicht anders zu). Die Boxen in Bäume zu hängen wäre natürlich optimal – doch wieder gibt es diesen Unterschied zwischen Theorie und Praxis: zum einen wird man nicht an jedem Lagerplatz geeignete Bäume finden (meist gibt es nur dichtes Buschwerk, schon gar nicht in der offenen Tundra), zum anderen  können zum Beispiel Schwarzbären hervorragend klettern.


•Nichts was irgendwie nach Essen riecht mit ins Zelt nehmen – somit auch die Kleidung, die man zum Fischen/Jagen/Kochen trägt abends bei der Ausrüstung ablegen und eigene Schlafbekleidung (dünner Trainingsanzug, etc.) benutzen.


•Bei Wanderungen oder Märschen möglichst laut sein, singen, zwischendurch rufen, ev. mit Ästen an Bäume schlagen. Ein „normaler“ Bär wird sich durch den Lärm zurückziehen, man wird höchstens seine Fährte zu Gesicht bekommen. Die Bärenglöckchen, die man überall kaufen kann, erfüllen keinen anderen Zweck und eignen sich jedenfalls nicht besser als die menschliche Stimme.


•Falls man Jagd oder Fischerei ausübt sollte man jedenfalls die Weidarbeit (ausnehmen oder aufbrechen) in genügendem Abstand vom Lager vornehmen, den Aufbruch möglichst vergraben und zusehen, dass man keine Blutspur bis zum Lager zieht. Kochabfälle (Haut, Knochen etc. sind ebenfalls gründlich zu entfernen. Im Übrigen sollte auch die Kochstelle in ausreichendem Abstand vom Zelt errichtet werden.



Verhaltensregeln:


•Da es bei Braun- und Schwarzbärenbegegnungen unterschiedliche Empfehlungen gibt, ist es als erstes wichtig, die Unterschiede zu kennen. Die Farbe des Fells ist jedenfalls kein sicheres Merkmal. Es gibt sowohl rabenschwarze Braun- als auch braune Schwarzbären. Das deutlichste Merkmal eines Grizzlys ist der Buckel, den ein Schwarzbär nicht hat. Auch die Form der Schnauze (bei Grizzlies konkav, bei Schwarzbären konvex) und natürlich die Größe sind weitere Unterscheidungsmerkmale, die jedoch aus der Entfernung oft schwer zu beurteilen sind.


Im Zweifelsfall wird empfohlen auf einen Baum zu klettern. Der Schwarzbär klettert hinterher während einen der Grizzly vom Baum schüttelt… 


•Im Falle einer Grizzlybegegnung wird empfohlen, „Ruhe zu bewahren“, dem Bären in die Augen zu blicken und langsam rückwärts zu gehen. Hat man einen Rucksack am Buckel, sollte man diesen ablegen und weiter nach hinten marschieren. Sollte der Grizzly nicht abdrehen, ist er möglicherweise durch den Rucksack abgelenkt und man gewinnt zumindest etwas Zeit. Ist ein (größerer) Baum in der Nähe, kann man versuchen, daran hochzuklettern, da zumindest die ausgewachsenen Exemplare nicht klettern können. Hat man keinen Baum oder Fels als Rückzugsmöglichkeit, wird empfohlen, sich tot zu stellen, dabei die Hände hinter dem Nacken zu verschränken und die Ellbogen schützend vor das Gesicht zu halten. Auf keinen Fall sollte man weglaufen, da dies den Jagdtrieb eines Grizzlys weckt und er außerdem auf kurze Strecken doppelt so schnell laufen kann wie ein Mensch.

Bei einer plötzlichen Attacke wirft man sich möglichst gleich zu Boden und stellt sich tot - in diesem Fall ist ein Rucksack kein Nachteil, da er als Schutz für den Rücken fungiert. Wenn man von einer Schusswaffe Gebrauch machen will, sollte man sich seiner Sache ganz sicher sein und möglichst auf kurze Distanz abdrücken. Der Bär muss tödlich getroffen werden, ein „nur“ angeschossener Grizzly wird den Schützen mit Sicherheit töten!


•Bei Schwarzbären kann man versuchen, diese mit Stöcken oder Steinwürfen zu vertreiben. Ein Fluchtversuch ist ebenfalls möglich, Schwarzbären laufen ungefähr gleich schnell wie ein Mensch. Auf Bäume zu klettern bringt nichts, da Schwarzbären selbst ausgezeichnete Kletterer sind. Auch sollte man sich nicht tot stellen, da diese Raubtiere einen sonst für leichte Beute halten könnten und eventuell zu fressen beginnen…



Noch ein Wort zu Bärensprays:


„They make you taste just a little more spicy for the bear!“ Das zumindest denken die Einheimischen darüber.

Wenn jemand ein besseres Gefühl hat, soll er sich das Spray besorgen. Allerdings muss man wissen, dass es längst nicht bei allen Bären Wirkung zeigt (insbesondere Schwarzbären sind oft unempfindlich), auf nur 4 Meter wirkt (und auch nur in der richtigen Windrichtung – Vorsicht bei Gegenwind!) und zudem nur ca. 7 Sekunden funktioniert – dann ist die Dose nämlich leer. Ein Gewehr (Schrot oder Kugel) auf nahe Distanz ist wohl die bessere Alternative, wenn es einmal wirklich zur Sache geht, zumindest haben wir mit der Waffe im Zelt immer etwas ruhiger geschlafen...

Zur Aufbereitung gibt es mehrere Möglichkeiten:


  1. Kochen: Fünf Minuten Kochen ist das Mindeste, um diesen Keim abzutöten. Ein so genannter Kelly-Kettle eignet sich hierfür hervorragend, da er einen Liter Wasser innerhalb von nur vier Minuten zum Kochen bringt. Mehr unter www.kellykettle.com.

  2. Filtern: Keramik Filter werden von verschiedenen Firmen angeboten. Bei uns hat sich das Modell von MSR (www.msrgear.com) sehr bewährt. Damit der Filter nicht ständig verstopft, sollte vorwiegend sauberes Wasser gefiltert werden. Hat man kein sauberes Wasser zur Verfügung, empfiehlt es sich, das Wasser vorher einige Stunden (optimal über Nacht) in einem Gefäß abstehen zu lassen, damit sich Sand und Schmutz absetzen können. Alternativ dazu gibt es noch große Senkfilter – ein eigentlich einfaches Prinzip.

  3. UV-Licht: UV-Licht wird ebenfalls erfolgreich zur Entkeimung verwendet. Ein SteriPen ist ideal für Wildnisreisen sowohl im Sommer als auch im Winter. Dieser benötigt 4 AA-Batterien, dafür hat man ohne Pumpaufwand in neunzig Sekunden einen Liter keimfreien Wassers (www.steripen.com).

  4. Einmal an Biber-Fieber erkrankt hilft nur eine antibiotische Therapie, vorzugsweise mit Metronidazol (Anaerobex ®) oder Tinidazol (Fasigyn ®). Eines dieser Medikamente sollte auf einer Wildnistour in Alaska jedenfalls nicht fehlen.

Moskitos – die Geißel des Nordens:


Alaska gilt leider nicht nur als Paradies für Abenteurer, Jäger und Fischer, auch die kleinen Plagegeister fühlen sich hier in den Sommermonaten sehr wohl. Ist man nicht ausreichend vorbereitet, so können diese Blutsauger den einen oder anderen Wildnisreisenden zur Verzweiflung bringen und den Traum von unberührter Wildnis zu einem Albtraum machen.

Verhalten im Falle einer Bärenbegegnung:


Im Land der Bären sollte man sich immer bewusst sein, dass man in IHR Gebiet eindringt und sich dementsprechend verhalten. Es gibt ca. 35.000 Grizzlies und etwa 50.000 Schwarzbären in Alaska. Obwohl eine Begegnung mit Bären immer etwas Besonderes ist, sollte man zu nahen Kontakt möglichst vermeiden und ausreichenden Abstand einhalten.

Viel wichtiger ist es aber, sich bereits vorab so zu verhalten, dass es gar nicht zu einem Problem kommt.

Wasser:


Obwohl es oft kristallklar ist und verführerisch gesund und unbedenklich aussieht, muss Wasser in Alaskas Wildnis aufbereitet werden. Der Grund ist ein einzelliger Parasit, „Giardia lamblia“, der Erreger des so genannten Biber-Fiebers, eine Infektion des Verdauungstraktes mit hartnäckigen Durchfällen. Jod- oder Chlortabletten können diesen Keim nicht abtöten!

Der Kelly Kettle in Aktion
Schwarzbären - Alarm!
Moskitoplage!